Ideen aus den 1990igern

Zum 102. Geburtstag:
Aus heutiger Sicht ist der unten beschriebene Standpunkt zur Rolle der Information in der Wissenschaftstheorie nicht sehr verwunderlich. Der sehr frühe Zeitpunkt der ersten Arbeiten von Hans Joachim Anfang der 1980iger Jahre ist außerordentlich früh und zeigt das tiefe Verständnis für eine mögliche Beschreibung der Welt aus physikalisch – informationstheoretischer Sicht, als praktisch keiner diesen Weg sah. Informationstheoretische Beschreibung der Turbulenz. Wiss. Z. TU Dresden 29 (1980), S. 467-470

Mit Hilfe von ChatGPT habe ich aus den Texten meines Vaters und eigenen Erinnerungen aus Gesprächen in den Jahren 2017 und 2018 folgendes erhalten:

„Rekonstruierte Position zur Physik und Erkenntnistheorie

1. Ausgangspunkt: Naturwissenschaft als Informationsverarbeitung

Die Naturwissenschaft wird nicht primär als Beschreibung einer „an sich gegebenen Welt“ verstanden, sondern als systematische Form der Informationsverarbeitung aus Beobachtungen. Sinneseindrücke (direkt oder instrumentell vermittelt) bilden dabei nicht die Wirklichkeit selbst ab, sondern liefern Rohdaten, aus denen strukturierte Information gewonnen wird.

In diesem Sinne ist Erkenntnis kein passives Abbilden, sondern ein aktiver Prozess der Organisation, Kompression und Interpretation von Information.


2. Information als physikalische und erkenntnistheoretische Grundgröße

Information wird zunächst als physikalisch relevante Größe verstanden – im Sinne einer messbaren Struktur von Zuständen, anschlussfähig an die Arbeiten von Claude Shannon.

Gleichzeitig verschiebt sich der Begriff im erkenntnistheoretischen Reflexionsprozess:

  • Physikalisch: Information ist an Zustände und Prozesse gebunden
  • Erkenntnistheoretisch: Information wird zum Grundbegriff der Beschreibung selbst

Damit wird Information nicht nur ein Aspekt der Physik, sondern das Medium, in dem physikalische Theorie überhaupt formuliert wird.


3. Kritik der quantenmechanischen Standardinterpretation

Die mathematische Struktur der Quantenmechanik wird als korrekt und außerordentlich erfolgreich anerkannt, insbesondere die Schrödinger-Gleichung .

Kritisch betrachtet wird jedoch die physikalische Interpretation zentraler Elemente der Theorie.

Besonders der Zeitentwicklungsterm wird problematisiert:
Er erscheint zwar formal als Beschreibung einer zeitlichen Entwicklung, ist jedoch inhaltlich nicht zwingend als physikalischer Zeitfluss zu verstehen.


4. Zeit als formaler Ordnungsparameter

Der Zeitparameter t in der Schrödinger-Gleichung wird nicht als fundamentale physikalische Entität interpretiert, sondern als Ordnungsparameter für Informationsveränderung.

{\displaystyle \mathrm {i} \hbar {\frac {\partial \psi }{\partial t}}={\hat {H}}\psi }

In dieser Lesart bedeutet dies:

  • Nicht: „Das physikalische System entwickelt sich in der Zeit“
  • Sondern: „Der Informationszustand eines Systems wird entlang eines extern eingeführten Ordnungsparameters fortgeschrieben“
  • damit wird auch die Interpretation der Wellen als Welle beeinflusst

Zeit ist damit keine im quantenmechanischen Formalismus selbst begründete Größe, sondern ein Hilfsmittel zur Strukturierung von Informationsänderungen.


5. Spannung zwischen klassischer Zeit und quantenmechanischer Beschreibung

Die Quantenmechanik operiert mit einem festen Zeitparameter, während andere physikalische Theorien – insbesondere die Relativitätstheorie – Zeit als dynamische Größe behandeln.

Diese strukturelle Asymmetrie wird als Hinweis darauf verstanden, dass der Zeitbegriff der Quantenmechanik nicht fundamental sein könnte, sondern einer tieferen Beschreibungsebene entstammt.


6. Erkenntnis als dynamische Informationsstruktur

Erkenntnisprozesse werden daher als Transformationen von Information verstanden:

  • Messung = Gewinn von Information
  • Theorie = strukturierte Repräsentation von Information
  • Naturgesetz = stabile Kompressionsstruktur von Information

Physikalische Gesetze sind in dieser Sicht keine direkten Abbilder einer ontologisch festen Realität, sondern stabile Muster in der Organisation von Information.


7. Zusammenfassende Perspektive

Die zentrale These lautet:

Physik beschreibt nicht primär die Bewegung von Materie in der Zeit, sondern die strukturelle Veränderung von Information entlang eines formalen Ordnungsparameters, der historisch als „Zeit“ interpretiert wurde.

Damit verschiebt sich der Fokus von der Frage „Was ist die Welt?“ hin zur Frage „Welche Struktur hat die Information, die wir über die Welt gewinnen können?“

“ Zitat (ChatGPT)Ende

Das oben Geschriebene führt mich wieder zu dem Punkt, dass alles was wir wissen ein Komprimat der von uns aus der Umwelt aufgenommenen Informationen ist. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, welche Informationen er aufnimmt, speichert und in der einen oder anderen Form weitergibt. Wenn die Zeit also eher ein formaler Ordnungsparameter wäre, würde der Begriff „Timeline“ eine andere Bedeutung haben als bisher vermutet.

ama im April 2026

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